Object Lock: Legal Hold & Retention
Object Lock macht Objektversionen unveränderlich (WORM – Write Once, Read Many): Sie können weder überschrieben noch gelöscht werden, solange der Schutz aktiv ist. Das schützt Backups vor Ransomware und hilft bei Aufbewahrungspflichten.
Grundlagen
- Object Lock kann nur beim Erstellen eines Buckets aktiviert werden und erfordert Versioning (wird automatisch mitaktiviert).
- Der maximal konfigurierbare Aufbewahrungszeitraum kann von centron plattformseitig begrenzt werden.
- Object Lock kann Auswirkungen auf die Vertragslaufzeit haben: Auch bei vorzeitiger Vertragsbeendigung bleiben geschützte Daten bis zum Ablauf des Object-Lock-Zeitraums gespeichert und abrechnungsrelevant. centron kann geschützte Daten vor Ablauf des gesetzten Zeitraums technisch nicht löschen.
- Der Schutz wirkt immer auf einzelne Objektversionen.
- Zwei Mechanismen, kombinierbar:
| Legal Hold | Retention | |
|---|---|---|
| Dauer | unbefristet, bis manuell entfernt | bis zu einem festen Zeitpunkt (RetainUntilDate) |
| Aufhebbar | jederzeit durch Berechtigte | Governance: mit Sonderrecht; Compliance: nie |
| Typischer Einsatz | laufende Verfahren, Untersuchungen | Backup-Schutz, gesetzliche Fristen |
Retention-Modi
- Governance: Der Schutz kann – sofern die Berechtigung
s3:BypassGovernanceRetention(Headerx-amz-bypass-governance-retention) im Konto verfügbar ist – vorzeitig aufgehoben werden. Guter Standard für Backups. Beachten Sie: Vertraglich gilt, dass ein gesetzter Object Lock während der definierten Aufbewahrungsfrist weder deaktiviert noch entfernt werden kann. - Compliance: Schutz kann von niemandem – auch nicht dem Kontoinhaber – verkürzt oder entfernt werden, bis das Datum erreicht ist. Nur einsetzen, wenn die Konsequenzen klar sind: Die Daten verursachen bis zum Ablauf zwingend Speicherkosten.
Bucket mit Object Lock anlegen
aws s3api create-bucket --bucket sicherer-bucket \
--object-lock-enabled-for-bucket \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
Standard-Retention für neue Objekte (optional)
Alle neu hochgeladenen Objekte erhalten automatisch z. B. 30 Tage Governance-Schutz:
aws s3api put-object-lock-configuration --bucket sicherer-bucket \
--object-lock-configuration '{
"ObjectLockEnabled": "Enabled",
"Rule": {"DefaultRetention": {"Mode": "GOVERNANCE", "Days": 30}}
}' \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
Legal Hold setzen und entfernen
# Setzen
aws s3api put-object-legal-hold --bucket sicherer-bucket \
--key vertraege/fall-4711.pdf \
--legal-hold Status=ON \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
# Status prüfen
aws s3api get-object-legal-hold --bucket sicherer-bucket \
--key vertraege/fall-4711.pdf \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
# Entfernen
aws s3api put-object-legal-hold --bucket sicherer-bucket \
--key vertraege/fall-4711.pdf \
--legal-hold Status=OFF \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
Retention auf eine Objektversion setzen
# Governance-Retention bis zu einem festen Datum
aws s3api put-object-retention --bucket sicherer-bucket \
--key backups/2026-07-28.tar.gz \
--retention '{"Mode":"GOVERNANCE","RetainUntilDate":"2026-08-28T00:00:00Z"}' \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
# Prüfen
aws s3api get-object-retention --bucket sicherer-bucket \
--key backups/2026-07-28.tar.gz \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
Verlängern ist jederzeit möglich (neues, späteres Datum setzen). Verkürzen geht nur im Governance-Modus mit Bypass-Recht:
aws s3api put-object-retention --bucket sicherer-bucket \
--key backups/2026-07-28.tar.gz \
--retention '{"Mode":"GOVERNANCE","RetainUntilDate":"2026-07-30T00:00:00Z"}' \
--bypass-governance-retention \
--endpoint-url https://s3.internet1.de
Verhalten geschützter Objekte
- Ein
DELETEohne VersionId erzeugt nur einen Delete-Marker – die geschützte Version bleibt erhalten und wiederherstellbar. - Das Löschen der geschützten Version selbst schlägt mit
Access Deniedfehl, bis Retention abgelaufen und kein Legal Hold aktiv ist. - Ein Bucket kann erst gelöscht werden, wenn keine geschützten Versionen mehr existieren.
Empfehlungen
- Für Backup-Zwecke Governance-Modus mit Laufzeit passend zur Backup-Rotation wählen (z. B. Retention ≥ Aufbewahrungsdauer der Backup-Software).
- Compliance-Modus nur nach sorgfältiger Prüfung einsetzen – Testläufe zuerst mit kurzen Fristen.
- Kombination mit Lifecycle-Policies: abgelaufene Versionen automatisch entfernen, sobald der Schutz endet.